Die literarische Autobiografie ist ein Genre, das seismographisch auf die Transformationen und Trends in der Literatur reagiert; zugleich ist Autobiografie eine Schreibpraxis, die außerhalb des Systems Literatur – etwa in Form der Autobio-grafien von Prominenten (Politikern, Schauspielern, etc.) ‒ existiert.

Diese Zwiespältigkeit entscheidet im gleichen Maße über die formale und inhaltliche Flexibilität der Autobiografie wie über deren Offenheit für mediale Formate. Die strukturelle Offenheit hat eine produktive Fluktuation zur Folge – die literarische Autobiografie bleibt nicht verschlossen gegenüber der außerliterarischen autobiografischen Schreib-praxis, was sich etwa schon in experimentellen autobiografischen Schreibweisen an der Wende zum 19. Jahrhundert sowie in autobiografischen Pop-Romanen und Comic-Autobiografien des 20. und 21. Jahrhunderts zeigt.

 

Problemfelder

  • Der historische Rahmen der Auto-biografie (von ca. 1750 bis zur Gegenwart)
  • Theorie der Autobiografie (Autobiografie versus Autofiktion und Auto(r)fiktion, Auto-Heterografie, klassische Theorie der Autobiografie)
  • Hybride Formen der Autobiografie (Comics/Graphic Novels, autobiografische weblogs)
  • Autobiografie/Autofiktion und die Poetologie des modernen Romans, insbesondere des Gegenwartsromans
  • Autobiografie und die kulturwissen-schaftlichen turns (linguistic turn, iconic turn, iconic turn, ethical turn, memory studies, gender studies)